Mehr als sechszig Mitgliedsunternehmen der Rexor folgten der Einladung ihrer Verbundgruppe in die Neusser „Hafenliebe“, um sich über die Zukunft und Trends im Einzelhandel zu informieren. Fokus der Veranstaltung lag dieses Jahr darauf den zu haben, etwas anders zu machen und auch darüber aktiv zu berichten.

Fabian Mayntz, von der IFH in Köln unterstrich die Bedeutung der sozialen Medien. Je nach Altersgruppe gibt es unterschiedliche Kanäle, die bespielt werden müssen – hier gibt es in den letzten Jahren starke Veränderungen. Er zeichnete auf, dass die großen Player nicht unbedingt immer die richtige Ansprache wählen. Der erfolgreiche stationäre Handel könne sich nur durch individuelle, unverwechselbare und persönliche Erlebnisse zu seinen Kunden profilieren, um diese als stationäre Käufer zu gewinnen bzw. zu halten.

Storytelling war in diesem Sinne auch das Stichwort von Ellen Wigner. Das Modehaus in Zirndorf bei Fürth, das von Ellen und Eberhard Wigner geführt wird, macht durch zahlreiche Events und Aktivitäten – im Schatten der Metropolen Nürnberg/Fürth und Erlangen – auf sich aufmerksam. Ziel des Hauses Wigner ist es den „dritten Platz“ neben dem eigenem zuhause und dem Arbeitsplatz für die Menschen zu gestalten. Aus dem Einzelhandel muss anstatt eines ’Place to buy‘ ein ’Place to be‘ werden fasste Wigner zusammen. Der Modekauf wird zum Erlebnis. Frau Wigner zog mit ihren zahlreichen Beispielen von ihren Aktivitäten und Events sowie durch ihre Leidenschaft für den Verkauf die Teilnehmer in ihren Bann. Sie unterstrich Mut zu haben, es einfach anders zu machen. Ihr selber gehen die Ideen nicht aus teilte sie auf Nachfragen mit.

Der dritte Referent, ein Modehändler aus Österreich beleuchtete das Thema Influencer bzw. Blogger. Das Modehaus Kutsam hat gemeinsam mit Kooperationspartnern die erste FashionWG ins Leben gerufen.  Johannes Behr-Kutsam berichtet über seine Erfahrung. Vier modebegeisterte Menschen, die Talent und Leidenschaft für Social-Media, Fotografie und Blogs mitbringen, konnten in der sogenannten FashionWG ein Jahr gratis wohnen. Als Gegenzug müssen Sie auf ihren Kanälen über Mode, Trends & Lifestyle berichten, sowie Veranstaltungen zu den Themen Mode, Nachhaltigkeit, Streetstyle und Blogging ausrichten. Unterhaltsam berichtete er, dass vieles anders kam als erwartet. Dennoch haben die traditionellen Medien über das Vorhaben dem Modehaus viel berichtet.